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Chloramphenicol in der Veterinärmedizin

Chloramphenicol ist ein Breitbandantibiotikum, welches seinen Einsatz in der Veterinärmedizin findet. Gewonnen wurde es das erste mal im Jahre 1947 und wird seit vielen Jahren in der tierischen Medizin eingesetzt.

Einsatzgebiete

In der Veterinärmedizin wird der Stoff vor allem bei bakteriellen Infektionskrankheiten eingesetzt, wie zum Beispiel bei Bindehautentzündungen oder Ekzemen. Es ist jedoch auch wirksam gegen Hornhautentzündungen am Auge oder bei Entzündungen der Haut.

Wirkung

Chloramphenicol ist ein Derivat der Aminosäure Phenylalanin und wird aus bestimmten Bakterien gewonnen. Es wirkt bakteriostatisch gegen grampositive und -negative Keime. Der Stoff bindet sich an die 50S Untereinheit eines Ribosoms und hemmt somit die Proteinbiosynthese, die für die Krankheitserreger überlebenswichtig ist. Bei oraler Gabe wird das Antibiotikum schnell und vollständig resorbiert.

Einnahme

Es gibt mehrere Grundarten der Einnahme, wobei in der Veterinärmedizin häufig die orale Gabe des Mittels bevorzugt wird. Durch Injektion beziehungsweise Eincremen kann das Mittel ebenfalls zu den Krankheitserregern gelangen, was jedoch abhängig von der Art der Infektionskrankheit ist.

Nebenwirkungen

In der Veterinärmedizin wird Chloramphenicol nur noch als Zweitwahl verwendet

In der Veterinärmedizin wird Chloramphenicol nur noch als Zweitwahl verwendet

Häufig können während der Einnahme Nebenwirkungen, wie Durchfall und Magenstörungen auftreten. Seltener kann es zum Auftreten von Leberschäden mit Erhöhung der Leberwerte, Verminderung der Bildung von Blutzellen (Schädigung des Knochenmarks), Nervenentzündung (Neuritis), Sehnerventzündung (Neuritis nervi optici), Blutbildungsstörung, Kopfschmerzen, Depressionen, Verwirrtheit, Delirien, Augenmuskellähmung, Geschmacksstörungen, Blutzellenverminderung (Panzytopenie), Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukozytopenie), Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie), allergische Reaktionen der Haut mit Rötung, Schwellung und Juckreiz kommen.

Bei Neugeborenen kann es bei Gabe einer zu hohen Dosis zu dem sogenannten Grau-Syndrom kommen. Wie der Name schon andeutet verfärbt sich die Haut des Tieres leicht gräulich und es kann zu Erbrechen, sowie zur Störung der Leberenzyme kommen. Es wird dringend angeraten beim Auftreten der Symptome sofort die Medikation abzusetzen.

In der Veterinärmedizin ist bekannt, dass Paracetamol zu einer Erhöhung der Aktivität von Chloramphenicol führen kann, weshalb diese Wechselwirkung zu vermeiden ist.

Risiken bei Lebensmitteln

Sehr häufig bekommen kranke Nutztiere den Stoff gespritzt, was eigentlich seit 1994 in der EU verboten ist, da sich der Stoff im Tier anreichern kann und so in die Nahrung des Menschen gelangt. In der Veterinärmedizin wird deshalb auch bei Haustieren nur noch sehr sparsam dieses Antibiotikum verwendet.

Es gibt in der Veterinärmedizin weitaus ungefährliche Stoffe, die bei bakteriellen Erkrankungen zum Einsatz kommen, weshalb das Breitbandatibiotikum Chloramphenicol eher als Medikament der zweiten Wahl angesehen werden kann.