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Nebenwirkungen von Chloramphenicol

Chloramphenicol ist ein hochwirksames Breitbandantibiotikum, welches aber wegen seiner Nebenwirkungen heute nur noch als Reservemedikament eingesetzt wird. Es hat noch seine Berechtigung bei schwer zu behandelnden Krankheiten wie Typhus, Borreliose oder Diphtherie.

Definition Nebenwirkung

Neben der Hauptwirkung von Chloramphenicol, und zwar Infektionskrankheiten zu behandeln, kann es auch zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen, welche schädlich oder sogar lebensgefährlich sind. Sollten bei der Einnahme vom Breitbandantibiotikum Chloramphenicol Nebenwirkungen auftreten, ist in jedem Fall der Arzt zu benachrichtigen.

Das Medikament darf nicht eigenverantwortlich abgesetzt werden, da nur der Arzt die Symptome bewerten und eine weitere Therapie einleiten kann. Nebenwirkungen können direkt nach der Einnahme, aber auch noch bis zu 8 Wochen danach (Knochenmarksaplasie) auftreten.

Häufige Nebenwirkungen

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Probleme im Magen-Darm Bereich. Es kann zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen kommen. Auf jeden Fall sollte Rücksprache mit dem Arzt genommen werden, um zu entscheiden, ob die Behandlung mit Chloramphenicol fortgesetzt werden kann oder der Wirkstoff gewechselt werden muss.

Chloramphenicol beeinträchtigt die Wirkung der Antibabypille, weshalb während der Einnahme auf andere Verhütungsmethoden zurückgegriffen werden sollte.

Seltene Nebenwirkungen

Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sind häufige Nebenwirkungen von Chloramphenicol

Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sind häufige Nebenwirkungen von Chloramphenicol

Sollten während der Behandlung Atembeschwerden auftreten, ungewöhnliche Blutungen, vermehrt Blutergüsse oder starke Müdigkeit, muss unverzüglich der Arzt aufgesucht werden. Chloramphenicol kann zu einer Schädigung des Knochenmarks führen und zu einer Verringerung der blutbildenden Zellen. Dadurch kommt es zu einer verminderten Anzahl vor allem von roten Blutkörperchen, die für den Sauerstofftransport verantwortlich sind und von Blutplättchen, welche für die Blutgerinnung wichtig sind.

Diese Knochenmarkschädigung kann reversibel sein, aber in seltenen Fällen kann es auch zu einer irreversiblen und damit lebensbedrohlichen Knochenmarksaplasie kommen.
Chloramphenicol kann neurotoxische Probleme verursachen. Hierbei kommt es zu
Nervenentzündungen. Vor allem der Sehnerv ist häufig betroffen und es kommt zu Kopfschmerzen, verschwommenem Sehen bis hin zum Sehverlust.

Neugeborene vertragen kein Choramphenicol, da ihre Leber noch nicht in der Lage ist, es zu verstoffwechseln. Dies kann tödlich verlaufen. Erste Anzeichen sind graue Haut (Grey-Syndrom), Atemnot und Erbrechen.

Werden durch den Chloramphenicol-Einsatz sehr viele Bakterien abgetötet, kann es zu einer Überreaktion des Immunsystems kommen mit der Folge von hohem Fieber, Verschlechterung des Krankheitsbildes bis hin zum anaphylaktischem Schock (Herxheimer Reaktion).

Äußerliche Anwendung

Heute erfolgt die Anwendung meist als Salben oder Einreibungen, wobei die Nebenwirkungen sehr selten sind. Es kann zu Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut kommen mit starkem Juckreiz und Nesselsucht.

Anwendung in der Tiermedizin

Auch in der Veterinärmedizin wird Chloramphenicol eingesetzt. Heutzutage ist es allerdings verboten, Tiere damit zu behandeln, die der Lebensmittelgewinnung dienen.

Dadurch soll verhindert werden, dass Menschen unkontrolliert Arzneimittelreste mit dem Fleisch zu sich nehmen.